teilprojekte

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Metamorphosen der Fläche. Zur Medientheorie und Geschichte des Trompe-l’Œils in der alt-niederländischen Buchmalerei des 15. und 16. Jahrhunderts und im frühen niederländischen Stillleben

Dr. Helga Lutz
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien)

Prof. Dr. Bernhard Siegert
(Bauhaus-Universität Weimar, Internationales Kolleg für
Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie)

Linda Keck, M.A.
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien)

 

Mindere Mimesis

Prof. Dr. Friedrich Balke
(Ruhr-Universität Bochum)

Prof. Dr. Maria Muhle
(Akademie der Bildenden Künste München)

Elisa Linseisen, M.A.
(Ruhr-Universität Bochum)

Dr. Stefan Apostolou-Hölscher
(Akademie der Bildenden Künste München)

Sandra Körmann

 

Mimesis des bewegten Bildes

Prof. Dr. Lorenz Engell
(Bauhaus-Universität Weimar, Internationales Kolleg für
Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie)

Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus-Universität Weimar,
Fakultät Medien, Professur Philosophie audiovisueller Medien)

Franziska Winter, M.A.
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien)

Philine Zebralla, M.A.

Mimesis tropical

Prof. Dr. Stephan Gregory
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien,
Juniorprofessur Mediale Historiographien)

Martin Siegler, M.A.

Subalterne Mimesis. Strategien der Anähnlichung
zwischen Herr und Diener

Prof. Dr. Markus Krajewski
(Universität Basel, Seminar für Medienwissenschaft)

Ines Barner, M.A.
(Universität Basel, Seminar für Medienwissenschaft)

Praktiken der Ähnlichkeitserzeugung in der
neueren europäischen Architektur

Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik,
Professur Denkmalpflege und Baugeschichte)

Prof. Dr. Carsten Ruhl
(Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Sprach- und
Kulturwissenschaften, Kunstgeschichtliches Institut)

Dr. Eva von Engelberg-Dočkal
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur)

Frederike Lausch (Goethe-Universität Frankfurt a. M.,
Kunstgeschichtliches Institut)

Mimetische Ökonomien

Prof. Dr. Monika Dommann
(Universität Zürich, Historisches Seminar)

Dr. des. Gleb J. Albert
(Universität Zürich, Historisches Seminar)

lic. phil. Wendelin Brühwiler
(Universität Zürich, Historisches Seminar)

Esther Laurencikova, B.A.

Gottlieb Duttweiler überklebt «Ohne Hänkel» mit einem Feigenblatt. Im Hintergrund Henkel mit deutscher Pickelhaube und Henkel-Griff (1932)Ankündigung von Ohä als Konkurrenzprodukt zu Persil (Zeitung in der Zeitung, Dezember 1931)Original-Ohä-Verpackung (1928)
Gottlieb Duttweiler überklebt «Ohne Hänkel» mit einem Feigenblatt. Im Hintergrund Henkel mit deutscher Pickelhaube und Henkel-Griff (1932)
Ankündigung von Ohä als Konkurrenzprodukt zu Persil (Zeitung in der Zeitung, Dezember 1931)
Original-Ohä-Verpackung (1928)

Braunschweig, „Schlossarkaden“. Unter Wiederverwendung von Spolien, die  1960 beim Abbruch der Schlossruine geborgen worden waren, hat man 2007 die Schlossfassade als Eingang zu einer Shopping Mall rekonstruiertBritish Pavilion at Venice Biennale – Valerie Bennett
Braunschweig, „Schlossarkaden“. Unter Wiederverwendung von Spolien, die 1960 beim Abbruch der Schlossruine geborgen worden waren, hat man 2007 die Schlossfassade als Eingang zu einer Shopping Mall rekonstruiert
British Pavilion at Venice Biennale – Valerie Bennett

Joris Hoefnagel: Hungarian – Maltese Cross, Mussel and Ladybird
Joris Hoefnagel: Hungarian – Maltese Cross, Mussel and Ladybird

Max Ernst, Deux Assistants, 1967, Bronze
Max Ernst, Deux Assistants, 1967, Bronze

Bucht von Guanabara (heute Rio de Janeiro), ca. 1557: Ein Franzose imitiert  den ‘Tränengruß’ seiner indianischen Gastgeber. Holzschnitt aus der zweiten Auflage  (1599) von Jean de Lerys “Histoire d’un voyage fait en la terre du Bresil” (zuerst 1578)Histoire d’un voyage fait en la terre du Brésil, autrement dit Amérique
Bucht von Guanabara (heute Rio de Janeiro), ca. 1557: Ein Franzose imitiert den ‘Tränengruß’ seiner indianischen Gastgeber. Holzschnitt aus der zweiten Auflage (1599) von Jean de Lerys “Histoire d’un voyage fait en la terre du Bresil” (zuerst 1578)
Histoire d’un voyage fait en la terre du Brésil, autrement dit Amérique


Metamorphosen der Fläche. Zur Medientheorie und Geschichte des Trompe-l’Œils in der alt-niederländischen Buchmalerei des 15. und 16. Jahrhunderts und im frühen niederländischen Stillleben



Dr. Helga Lutz
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien)

Prof. Dr. Bernhard Siegert
(Bauhaus-Universität Weimar, Internationales Kolleg für
Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie)

Linda Keck, M.A.
(Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien)

 

 

 

Das beantragte Forschungsprojekt versucht, die Trompe-l’Œils in den franko-flämischen Stundenbüchern und verwandten Stilllebenvorläufern als Figuren der Selbstreferenz der illuminierten Buchseite des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts zu deuten, aus deren Ausdifferenzierung, so die These, das niederländische Stillleben entstanden ist. Das Trompe-l’Œil wird dabei entziffert als ein Zeichen, das auf ein Selbstreflexivwerden der zweidimensionalen Materialität des illuminierten Buchs verweist, das sich in der Bearbeitung der Differenz zwischen imaginärem Bildraum und realem Raum des Lesers/Betrachters ausdrückt. Als ein Bindeglied zwischen Buchmalerei und Stilllebenmalerei, das zudem den Kunst- und Wunderkammerkontext mitführt, fungiert im Projekt das Werk Joris Hoefnagels, dessen Stillleben und Buchilluminationen exzessive Formen von Trompe-l’Œils aufweisen (z. B. Recto- Verso-Trompe-l’Œils, scheinbare Durchbohrungen von Buchseiten usw.). Sie dienen als Schlüssel für die medientheoretische wie kunstgeschichtliche Rekonstruktion des Übergangs vom Stundenbuch zum Tafelbild bzw. zu anderen Medien wie dem kleinformatigen Kupfertäfelchen, dem gedruckten Vorlagenbuch oder der Assemblage. Das Teilprojekt begreift sich als Beitrag zu einer Geschichte der exzessiven Mimesis; es interessiert sich für die Beschäftigung mit Strategien der Regulierung von Mimesis. Die Strategien, die Bildräume der Bordüre und der Miniatur auf der Buchseite zu homogenisieren und die Konflikte zwischen vertikaler und horizontaler Auffassung der imaginären und realen Flächen aufzulösen, die noch bis in die Frühzeit des Stilllebens virulent bleiben und z. B. die frühe Bindung des Stilllebens an eine hybride Nischenarchitektur verursachen, können aus dieser Perspektive als Vermeidungs- oder Regulierungsstrategien exzessiver Mimesis gelesen werden.

 

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